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Die Stadt Jemnice gehört zu den ältesten Städten in Mähren. Man nimmt an, dass sie aus einer Siedlung an der Furt über den Fluss Želetavka hervorgegangen ist. Gegen Ende des 11. und 12.Jahrhunderts soll hier eine Kreuzung bedeutender Handelswege gewesen sein. Zur weiteren Entwicklung der Stadt trug dann später auch die Entdeckung von Silber- und Goldlagerstätten bei.

Der Name - Jemnice - wird vom Wort "Jamníci" hergeleitet, das waren Bergleute , die die Edlen Erze in primitiven Gruben (tschechisch "jáma") förderten.

Die erste schriftliche Erwähnung von Jemnice stammt aus dem Jahr 1226. Die Stadt wurde als Königseigentum an der Stelle einer Grenzburg gegründet. Im Jahr 1227 befahl der Böhmische König Přemysl Otakar I. die Siedlung zu befestigen. Sie gehörte dann später zu den Stützen der königlichen Macht in Südwestmähren. Bis in die heutigen Zeit hat sich ein wesentlicher Teil der Stadtmauern mit vier Bastionen und zwei Barbakanen erhalten.

HistorieDie größte Blütezeit erreichte Jemnice im Mittelalter, als sie den Charakter einer Kůniglechen Bergwerkstadt hatte. Zu Zeit der Herrschaft der Luxemburger wurde die Stadt mit zahlreichen Privilegien ausgestattet. Damals entstand auch das Volksfest "Barchan", das jedes Jahr nach dem Namenstag des heiligen Veit stattfindet. In einer alten Sage kann man lesen, dass im Jahre 1312 König Johann von Luxemburg gegen die Raubritter in Mähren ins Feld ziehen musste. Seine Frau Elsbeth von Přemysl ließ er in Jemnice zurück, wo sie unter dem Schutz der Jemnitzer Bürger stand und wo die mächtigen Stadtmauern der ganzen Stadt Schutz ganen. Durch vier Boten - damals eine alltägliche Form Nachrichten zu überbringen - informierte König Johann seine Gemahlin über den siegreichen Feldzug.

In Jemnice war auch eine der ältesten jüdischen Gemeinschaften in den Böhmischen Ländern. Schriftlich ist sie zum ersten Mal im Jahr 1336 erwähnt. Das Judenviertel bildete den südlichen Teil des Stadtkerns. Auf dem renovierten Judenfriedhof findet man einige Grabsteine aus dem 17. Jahrhundert.

In der reichen Geschichte der Stadt wechselten häufig die Blütezeiten und Niedergangszeiten. Zum Beispiel im Jahr 1422 belagerten die Hussiten ohne Erfolg die Stadt. Es dauerte dann aber keine 50 Jahre bis das Heer des ungarischen Königs Mathias Corvinius die Stadt niedergebrannte. Im Jahr 1530 verlor Jemnice den Status einer Königlichen Stadt. Ferdinand I. übergab die Stadt Heinrich von Messeritsch und aus Jemnice wurde eine Untertanenstadt. Ihre heutige Gestalt erhielt Jemnice nach einem riesigen Brand im Jahr 1832.

HistorieDie bedeutendste Entwicklungszeit der Gemeinde kam nach dem Jahr 1890. Damals wurde Josef Augusta zum ersten tschechischen Bürgermeister gewählt. Seit dem Jahr 1896 verbindet die Eisenbahnlinie Jemnice mit Moravské Budějovice , im Jahr 1898 wurde eine neue Schule gebaut und acht Jahre später die Landesforstschule eröffnet.

Die Stadt hat zur Zeit 4.300 Einwohner und zwei Stadtteile - Louka und Panenská. An Vergangene Zeiten erwähnen 97 Denkmäler, die in der staatlichen Liste der Kulturdenkmäler eingetragen sind. Der Stadtkern wurde auch zur Denkmalzone erklärt.